Lockerungen ab 15. Mai 2020

Lockerung: Gottesdienste werden ab 15. Mai wieder möglich
  Die Bischöfe arbeiten demnach intensiv an einem Stufenplan

WIEN, 21. 4. 2020 (kap) / Bundeskanzler Sebastian Kurz hat Dienstagmittag bei einer Pressekonferenz in Wien angekündigt, dass ab Freitag, 15. Mai, Gottesdienste mit Gläubigen wieder möglich sein werden. Das bestätigte auch Peter Schipka, Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, gegenüber Kathpress. Am Dienstagvormittag hatte dazu die bischöfliche Ad-hoc-Kommission in einer Videokonferenz getagt.Die Bischöfe arbeiten demnach intensiv an einem Stufenplan, wie in Österreich das kirchliche Leben und in einem ersten Schritt öffentliche Gottesdienstversammlungen wieder hochgefahren werden können. Man sei auch in guten Gesprächen mit der Regierung, mit der aber noch einige Details beraten bzw. abgestimmt werden müssen, so Schipka.

Erzbischof Franz Lackner teilte via Facebook mit: "Ich freue mich außerordentlich, dass wir in Bezug auf das religiöse Leben einen ersten Schritt in Richtung Normalität gehen können. Details, unter welchen Voraussetzungen die Gottesdienste Mitte Mai gefeiert werden können, müssen noch im Konkreten mit den zuständigen Behörden besprochen werden. Die Erfahrung, Ostern – das höchste Fest im Kirchenjahr – dieses Jahr nicht in gewohnter Form feiern zu können, war zweifellos schmerzlich. Unsere Nächstenliebe drückte und drückt sich dieser Tage in vielen Bereichen im Verzicht aus. Und dennoch ist spürbar: Die Sehnsucht, wieder in Gemeinschaft feiern zu können, ist bei uns allen groß. Danken möchte ich ausdrücklich allen, die dieser Tage Opfer bringen und damit einen Dienst für die Gesundheit vieler Menschen tun.“

Bundeskanzler Kurz hatte bei der Pressekonferenz betont, dass die Gottesdienste - "natürlich" - nur unter gewissen Auflagen und Sicherheitsvorschriften zum Schutz der Gesundheit stattfinden würden. Für Gottesdienste wie auch für alle anderen Bereiche gelte, in Abstimmung mit Experten die bestmöglichen Regelungen zu finden, so Kurz. Wichtigste Grundregel sei, "dass überall die Abstandsregel eingehalten werden".

Details dazu, wie die Wiederzulassung von öffentlichen Gottesdienste aussieht, werde die zuständige Kultusamtsministerin Susanne Raab in Absprache mit allen Kirchen und Religionsgemeinschaften am kommenden Donnerstag präsentieren, kündigte der Kanzler an.

Dank an Religionsgemeinschaften
Auf Anfrage sagte Kurz, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften genauso eigens zu behandeln seien wie alle anderen Bereiche. Gottesdienste seien weder mit der Gastronomie eins zu eins vergleichbar noch mit den Veranstaltungen. Die Freiheit, die eigene Religion auszuüben, sei ein "sehr, sehr hohes und auch verfassungsrechtlich geschütztes Gut" so Kurz, und er sei allen Religionsgemeinschaften sehr dankbar, "wie verantwortungsvoll hier die Beschlüsse der Bundesregierung mitgetragen werden und wie gut das Einvernehmen ist".

Er habe in den letzten Tagen selbst auch Kontakt mit einigen Vertretern von Glaubensgemeinschaften gehabt, sagte Kurz und weiter wörtlich: "Hier wird sehr behutsam, vorsichtig und verantwortungsvoll vorgegangen und gemeinsam mit der zuständigen Ministerin werden die entsprechenden Regelungen ausgearbeitet, damit ein Minimalbetrieb in diesem Bereich stattfinden kann." Das sei für sehr viele Menschen auch wichtig.